Wann wurde Hämophilie erstmals erkannt?


Die Hämophilie war bereits in der Antike bekannt. Ihren Namen bekam sie allerdings erst sehr viel später.

Der Talmud, eine Sammlung jüdischer rabbinischer Schriften aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. bestimmte, dass männliche Babys nicht beschnitten werden durften, wenn bereits zwei Brüder an dem Eingriff verstorben waren.

Der arabische Arzt Albucasis, der im 12. Jahrhundert lebte, beschrieb eine Familie, deren Männer schon in Folge kleinerer Wunden verstarben.

Im Jahr 1803 schrieb ein Arzt aus Philiadelphia, Dr. John Conrad Otto, einen Bericht über "eine hämorrhagische Disposition, die in bestimmten Familien auftrat“. Er erkannte, dass der Zustand erblich war und ausschließlich Männer betraf. Er konnte die Krankheit durch drei Generationen zu einer Frau zurückverfolgen, die sich im Jahre 1720 in der Nähe der englischen Stadt Plymouth niedergelassen hatte.

Das Wort "Hämophilie" wurde erstmals dem Jahre 1828 von einem deutschen Medizinstudenten der Universität Zürich namens Friedrich Hopff in einer Beschreibung der Krankheit verwendet.







AutorInnen:

  • David Page - Geschäftsführender Direktor, Canadian Hemophilia Society, Montreal, Quebec
  • Claudine Amesse - RN Pflegeleitung, Centre d’hémostase, CHU Sainte-Justine, Montreal, Quebec
  • Helene Zereik - Mutter von zwei Kindern, darunter ein Junge mit Hämophilie, Montreal, Quebec
  • Übersetzter Auszug aus: `All About Hemophilia – A Guide for Families‘, © Canadian Hemophilia Society, 2010
  • Wir danken der `Hemophilia Society Canada‘ für die großzügige Genehmigung, das Buch einem deutschsprachigen Publikum zugänglich machen zu dürfen.
  • Übersetzung durch Yves Douma, Medical Writer der CRC GmbH, Duisburg