Sind pflanzliche Arzneimittel für ein Kind mit Hämophilie sicher?
Pflanzliche Arzneimittel können in einigen Fällen eine hilfreiche Ergänzung der medizinischen Versorgung darstellen. Die wichtigste Lektion, die Sie über sie lernen sollten, ist jedoch, dass „natürlich“ nicht unbedingt „sicher“ bedeutet. Lassen Sie sich von Ihrem Hämophilie-Team beraten, bevor Sie sich für ein ergänzendes pflanzliches Mittel entscheiden. Befolgen Sie nach Rücksprache mit dem Arzt / der Ärztin Ihres Kindes die folgenden Sicherheitsvorkehrungen, um eine kluge Entscheidung bezüglich pflanzlicher Arzneimittel zu treffen:
- Kaufen Sie pflanzliche Arzneimittel immer von der seriösesten Quelle, die Sie finden können.
- Überprüfen Sie die Etiketten.
- Stellen Sie sicher, dass der/die KräuterkundlerIn, den/die Sie konsultieren, qualifiziert und akkreditiert ist.
- Beenden Sie die Behandlung mit dem pflanzlichen Arzneimittel, wenn Ihr Kind davon Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutungen oder allergische Reaktionen hat.
- Seien Sie skeptisch. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
Gefährliche Kräuter für Personen mit einer Blutungsstörung
Die hier aufgeführten Kräuter wirken auf die Thrombozytenfunktion ähnlich wie Aspirin: Sie erhöhen das Blutungsrisiko, indem sie dafür sorgen, dass die Blutplättchen weniger "klebrig" werden. Diese sollten vermieden werden:
- Traubensilberkerze (Actaea racemosa)
- Katzenkralle (Uncaria tomentosa)
- Mutterkraut (Tanacetum parthenium)
- Knoblauch
- Ginkgo biloba
- Pau d’arco
Autorinnen:
Louise Bedard, RN, Nurse Coordinator, Inherited Bleeding Disorder Clinic, Saint John Regional Hospital, Saint John, New Brunswick
Christine Keilback, Mutter von zwei Jungen mit Hämophilie, Geschäftsführerin der CHS Manitoba Chapter, Winnipeg, Manitoba
Pam Wilton, RN, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, darunter eines mit Hämophilie, Präsidention der Canadian Hemophilia Society, London, Ontario
Übersetzter Auszug aus: `All About Hemophilia – A Guide for Families‘, © Canadian Hemophilia Society, 2010
Wir danken der `Hemophilia Society Canada‘ für die großzügige Genehmigung, das Buch einem deutschsprachigen Publikum zugänglich machen zu dürfen.
Übersetzung durch Yves Douma, Medical Writer der CRC GmbH, Duisburg
